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Sherlock Holmes - 4x05: Der Hund von Baskerville Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Granada/ITV

Originaltitel: The Hound of the Baskervilles
Episodennummer: 4x05
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 31. August 1988
Heimkino-Premiere D: 2004
Drehbuch: T.R. Bowen
Regie: Brian Mills
Besetzung: Jeremy Brett als Sherlock Holmes, Edward Hardwicke als Dr. Watson, Raymond Adamson als Sir Charles Baskerville, Alastair Duncan als Dr. Mortimer, Ronald Pickup als Barrymore, Rosemary McHale als Mrs. Barrymore, Kristoffer Tabori als Sir Henry Baskerville, Edward Romfourt als Purser, James Faulkner als Stapleton, Philip Dettmer als Pageboy, Stephen Tomlin als Perkins, Fiona Gillies als Beryl Stapleton, Bernard Horsfall als Frankland, Don McKillop als Vicar of Grimpen, William Ilkley als Selden, Myrtle Devenish als Postmistress, Elizabeth Spender als Laura Lyons u.a.

Kurzinhalt: Nach dem Tod von Sir Charles Baskerville wendet sich Dr. Mortimer hilfesuchend an Sherlock Holmes. Zwar ist dieser eines natürlichen Todes – ein Herzinfarkt – gestorben, angesichts des angstverzerrten Gesichts glaubt Mortimer jedoch, dass er sich vor jemandem, oder etwas, zu Tode gefürchtet hat. Könnte an den Legenden eines Höllenhundes, der das Geschlecht der Baskervilles seit der Schreckensherrschaft ihres Ahnen Sir Hugo angeblich heimsucht, tatsächlich etwas dran sein? Eben dies soll Sherlock Holmes für Dr. Mortimer herausfinden. Die Situation ist umso dringlicher, als Charles Sohn, Sir Henry Baskerville, gerade aus Amerika angereist ist, um sein Erbe anzutreten. Da Holmes jedoch gerade mit anderen Ermittlungen in London beschäftigt ist, bittet er vielmehr seinen Freund und Kollegen Dr. John Watson darum, Sir Henry nach Baskerville Hall zu begleiten, und dort ein Auge auf ihm zu haben. Dieser soll sich vor allem nicht in der Nacht allein aufs umliegende Moor begeben. Auf dem Anwesen angekommen, macht sich Dr. Watson mit den Bediensteten sowie den Nachbarn vertraut. Dabei stößt er schon bald auf so manche verdächtige Vorkommnisse…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) Granada/ITV Zum Ende der vierten Staffel knöpfte sich das Team hinter der "Sherlock Holmes"-Serie nun mit "Der Hund von Baskerville" die mit Abstand bekannteste (und wohl auch beliebteste) Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle vor. Im Zuge des letztjährigen Advents-SPECiALs habe ich mir ja gleich vier Interpretationen des Romans vorgeknöpft, davor hatte ich auch bereits die Adaption mit Basil Rathbone und Nigel Bruce besprochen. Und rund um den Jahreswechsel habe ich mir dann auch noch die frühe deutsche Verfilmung von Karel Lamac, sowie den TV-Film aus 1972, in dem William Shatner in Rolle von George Stapleton schlüpfte, angesehen. Insofern tritt die Granada-Version gegen sieben andere Adaptionen an – von denen jedoch keine einzige in meinen Augen 100%ig perfekt (und so manche sogar richtiggehend furchtbar) war. Angesichts der hohen Produktionsqualität der Serie, der Art und Weise, wie man bei dieser bereits zahlreiche andere, wundervolle Holmes-Geschichten perfekt adaptierte (und dabei manchmal sogar die Vorlage übertraf), vor allem aber dem für mich besten Sherlock Holmes in der Hauptrolle standen die Chancen gut, dass es dieser Version gelingen könnte, alle anderen Adaptionen zu übertreffen.

Vorweg: Dieser Erwartungshaltung meinerseits ist "Der Hund von Baskerville" leider nicht gerecht geworden. Zwar handelt es sich hier zweifellos um eine gelungene Adaption. Die Verfilmungen mit Basil Rathbone sowie Ian Richardson in der Hauptrolle würde ich allerdings doch noch eine Spur stärker einschätzen; wobei ich es insgesamt wirklich spannend finde, wie sie allesamt ihre jeweiligen Stärken und Schwächen hatten, und es bislang einfach nicht gelingen wollte, die ultimative Fassung auf die Beine zu stellen. Was also macht man hier nicht ganz so gut wie bei einigen anderen Versionen? Zuerst einmal fand ich es schade, dass man zu Beginn bei der Aufrollung der Legende rund um Sir Hugo den Grundsatz "Zeigen, nicht erzählen" verletzt. Ich kann nur vermuten, dass das Geld hier im Vergleich zum ersten TV-Special "Das Zeichen 4" nicht mehr ganz so locker saß, und eine betreffende Rückblende daher gestrichen werden musste. Dadurch fehlt allerdings für mich schon ein wesentlicher Bestandteil der Vorlage, der einen gleich zu Beginn so richtig in die Geschichte hineinzieht. Ein weiterer Minuspunkt betrifft das Streichen einer eigentlich recht kleinen und vermeintlich unwichtigen Szene, die ich jedoch schon immer sehr gern hatte. Nämlich, wie Holmes den Kutscher ausfindig macht, und dieser meint, der Fahrer von dem sie zuvor verfolgt wurden hätte sich bei ihm als Sherlock Holmes vorgestellt. Jeremy Bretts Reaktion darauf hätte ich nun wirklich zu gern gesehen. Aber auch, dass wir hier nie Mrs. Barrymores Reaktion auf den Tod ihres Bruders sehen, fand ich schade. Demgegenüber fand ich die wiederholten Szenenwechsel zu einem vermeintlich in London verweilenden Holmes – nur um das Publikum auf eine falsche Fährte zu führen – entbehrlich. Vor allem aber erweist sich die Laufzeit von 105 Minuten (die meisten anderen Verfilmungen waren um eine gute Viertelstunde kürzer) als Krücke, da man die Vorlage da und dort leider doch ordentlich strecken musste.

Episodenbild (c) Granada/ITV Kurioserweise stimme ich bei einem der Kritikpunkte der gegenüber dieser Verfilmung oftmals vorgebracht wird – der Umsetzung des Hundes – nicht zu. Ich fand nämlich, dass was das betrifft man hier die wohl bislang beste Version ablieferte; vor allem dank des grünen Schimmers, der auf das Phosphor auf dem Fell zurückzuführen ist, und dem Hund eben ein gespenstisches, jenseitiges Aussehen verleiht (was in so manch anderer Adaption ausgespart wurde). Abseits der zuvor erwähnten Abweichungen handelt es sich hier auch wieder um eine sehr werkgetreue Adaption, die auch einige Elemente beinhaltet, die bei anderen Verfilmungen ausgespart wurden. Die Tatsache, dass Holmes hier vor allem im Mittelteil größtenteils mit Abwesenheit glänzt erlaubt es zudem Edward Hardwicke hier mal, so richtig aus dem überlangen Schatten von Jeremy Brett zu treten. Seine Interpretation von Dr. Watson zählt für mich aus allen Verfilmungen der Vorlage definitiv zu meinen Favoriten. Die Story an sich hat mir natürlich auch schon immer sehr gut gefallen. Und auch wenn er hier aufgrund seiner geringeren Bildschirmzeit nicht ganz so glänzen kann wie in anderen Episoden, war auch Jeremy Brett als Sherlock Holmes wieder ein ganz entscheidendes Plus dieser Adaption. Wie mir die Besetzung generell gut gefallen konnte. Und doch: Die von mir erhoffte, ultimative Adaption der Geschichte ist leider auch dieser TV-Film nicht geworden.

Fazit: Angesichts der hohen Qualität dieser TV-Produktion, den größtenteils sehr werksgetreuen und auch insgesamt gelungenen Adaptionen, sowie dem besten Holmes in der Hauptrolle, hatte ich die Hoffnung, dass die Granada-Version des mit Abstand bekanntesten Abenteuers des berühmten Meisterdetektivs die früheren (und späteren) Versuche hinter sich lassen würde. Dem war leider nicht so. Dies mag zum Teil daran liegen, dass Jeremy Brett hier aufgrund der Vorlage im Mittelteil mit Abwesenheit glänzt, und die Serie deshalb ihren größten Trumpf über weite Strecken nicht ausspielen kann. Möglicherweise hätte es auch geholfen, wenn John Hawkesworth die Adaption dieser essentiellen Geschichte aus dem Holmes-Kanon zur Chefsache erklärt und sich dieser persönlich angenommen hätte. Und ein bisschen mehr Geld hätte auch nicht geschadet. Einerseits hätte man dann in einer Rückblende die Vorgeschichte rund um Sir Hugo erzählen können, und andererseits ist der Film inszenatorisch für eine TV-Produktion zwar durchaus ansehnlich, kann sich aber diesbezüglich sicherlich nicht mit den besten konkurrierenden Produktionen messen. Trotz dieser Schwächen ist "Der Hund von Baskerville" insgesamt eine gelungene Adaption, die definitiv zu den besten Varianten der Geschichte zu zählen ist. Für mich ist sie aber weder die beste Verfilmung des Stoffes, noch zu den allerbesten Episoden der Serie zu zählen.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Granada/ITV)







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