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James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug Drucken E-Mail
Benson profitiert von einem starken Drehbuch Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 25 Januar 2025
 
Titel: "Die Welt ist nicht genug"
Originaltitel: "The World is Not Enough"
Bewertung:
Autor: Raymond Benson
Übersetzung: Nicht bekannt
Umfang: 320 Seiten (E)
Verlag: Heyne (D), Hodder & Stoughton (E)
Veröffentlicht: 1999 (D), 18. November 1999 (E)
ISBN: 978-3-4531-6828-2 (D), 978-0-34076-546-3
Kaufen: Taschenbuch (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Ein vermeintlich routinemäßiger Botengang von James Bond in der Schweiz geht gehörig schief, und 007 entkommt nur mit knapper Not mit dem Leben – und dem Geld. Nach dessen Übergabe an Sir Robert King wird jedoch eine Bombe aktiviert, und der erfolgreiche Geschäftsmann kommt ums Leben. Sowohl Bond – der als unbewusste Handlager fungierte – und M – die mit der King-Familie eng befreundet ist – nehmen dies persönlich. Umso mehr, als der Anschlag im Herzen des MI6 stattgefunden hat. Als 007 die Angelegenheit untersucht, vermutet er schon bald, dass eine Verbindung zur Entführung von Elektra King vor einem Jahr besteht. Dieser gelang es damals, ihren Entführern aus eigener Kraft zu entkommen, wobei alle von ihnen bis ihr Anführer ums Leben kamen. Eben dieser – Renard – scheint es nun auf Elektra abgesehen haben. M stellt Bond daraufhin als Personenschutz für sie ab, während diese ihre ersten Schritte dabei macht, das Unternehmen ihres Vaters zu übernehmen. Doch wie sich zeigt, sich Renards Pläne größer, als einfach nur Rache an der King-Familie zu nehmen…

Review: Nach "Der Morgen stirbt nie" wurde Raymond Benson, der damals aktuelle Autor der "James Bond"-Lizenzromane, auch mit der Adaption des Drehbuchs für "Die Welt ist nicht genug" beauftragt. Den betreffenden Film mochte ich ja schon immer (und halte ihn nach wie vor für unterschätzt), vor allem aufgrund der Story. Genau davon profitiert hier natürlich auch Benson, und das gleich in doppelter Hinsicht. Einerseits gibt die Geschichte einiges her, und ist in meinen Augen auch wieder besser, da interessanter und vielschichtiger, als der von einer einzigen (eh ganz pfiffigen, für einen gesamten Film aber halt etwas dürftigen) Idee lebende Vorgänger. Sie ist zudem deutlich charakterorientierter, insbesondere was Elektra King betrifft. Aber auch Bond kommt hier als Figur wieder mehr zur Geltung, und wird auch nicht ganz so als der unverletzliche Superheld des Vorgängers dargestellt. Ja selbst Renard ist ein deutlich komplexerer und interessanterer Bösewicht, als es diesen in Bond-Filmen sonst üblicherweise zugestanden wird. Endlich mal nicht der x-te Blofeld-Verschnitt, oder ein weiterer dieser größenwahnsinnigen Verrückten, die die Welt vernichten und danach nach ihren Vorstellungen neu aufbauen wollen. Und neben den Figuren an sich hatte es mir auch nicht zuletzt die Dynamik zwischen ihnen – und hier insbesondere das Dreieck Elektra, Bond und Renard – durchaus angetan. Einzig Dr. Christmas Jones fällt als doch sehr typisches Bond-Girl, welches noch dazu nie wirklich schafft, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen (wirkt sie doch sehr austauschbar), wie schon im Film doch ein bisschen ab. Wobei der Roman zumindest davon profitiert, nicht unter Denise Richards' in meinen Augen leider überhaupt nicht überzeugenden Performance zu leiden. Demgegenüber profitiert der Roman, wie schon der Film, enorm vom Twist am Ende, den ich trotz des Alters des Films bei der Besprechung dieser Adaption nicht vorwegnehmen will.

Der zweite Aspekt, von dem Benson hier profitiert, liegt darin, dass "Die Welt ist nicht genug" eben auch generell mehr Wert auf die Story legt, und nicht ganz so actionreich geraten ist. Eben dies, was vielleicht nicht allen geschmeckt hat, ist für Benson nun insofern von Vorteil, als Action auf der Leinwand (oder dem TV-Schirm) inszeniert immer packender sein wird, als wenn sie nur auf Papier beschrieben ist. Zumal ich gerade auch die Inszenierung der Action im Film doch eher als Schwachstelle empfand; im Roman fällt dies natürlich weg. Und dann sind da noch kleinere Momente, die vermeintlich noch im Drehbuch standen oder vielleicht sogar gedreht und dann herausgeschnitten wurden, die hier im Vergleich zum fertigen Film dazukamen und die Story für mich ebenfalls leicht aufwerteten. Auf der anderen Seite übernimmt Benson hier natürlich nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen des Drehbuchs. Letzteres gilt nicht zuletzt für die Witzchen, die hier teilweise doch etwas aufgesetzt und fehl am Platz wirken, zum recht düster-ernsten Grundton der Geschichte aber nicht wirklich passen wollen, und diesen teilweise störend (und ohne Not) unterminieren. Besonders schlimm fand ich auch hier wieder den pubertären Abschlussgag. Aber auch sonst verfehlte der Humor bei mir doch überwiegend die gewünschte Wirkung. Dafür gefiel mir Bensons Schreibstil hier eine Spur besser als beim Vorgänger. Einen echten, erkennbaren Stil konnte ich zwar auch hier wieder nicht ausmachen (eines Tages werde ich mir auch noch seine eigenständigen 007-Romane vorknöpfen; ich bin schon sehr gespannt, ob es ihm dort besser gelungen ist, diesen einen eigenen Stempel aufzudrücken) . Mit das größte Plus an Bensons Adaption ist aber das eine Kapitel, wo er genau auf Renard und seine Vorgeschichte eingeht, was die Figur sogar noch einmal interessanter (und tragischer) machte, als sie sich nicht ohnehin im Film schon fand. Schon allein dieser Teil war es aus meiner Sicht wert, sich seine Romanadaption vorzuknöpfen.

Fazit: Raymond Bensons Romanadaption von "Die Welt ist nicht genug" konnte mir um einiges besser gefallen als seine vergleichbare Arbeit für "Der Morgen stirbt nie". Wobei dies sicherlich nicht zuletzt auch daran liegt, dass mir der zugrundeliegende Film um einiges besser gefallen konnte. Benson profitiert hier nicht zuletzt davon, dass das Drehbuch für mich definitiv zu den besseren bis besten der Bond-Filme gehört. Zugleich ist es beim Roman tendenziell sogar eher eine Stärke denn eine Schwäche, dass man sich actiontechnisch hier vergleichsweise doch etwas zurückhält. Und nicht zuletzt kommen die spannenden Figuren – insbesondere Elektra, Renard und selbst Bond – im Roman noch etwas besser zur Geltung als im diesbezüglich eh auch schon sehr guten Film. Getreu des Mottos "mitgehangen, mitgefangen" profitiert er aber halt nicht nur von den Stärken, sondern erbt zugleich auch die Schwächen des Drehbuchs. Dies gilt nicht zuletzt für das leider sehr unscheinbare Bond-Girl Christmas Jones, sowie den teils arg aufgesetzt wirkenden und auch überwiegend (für mich) nicht zündenden Humor. Nicht zuletzt dank des auf Renard fokussierten Kapitels, das uns seine Vorgeschichte erzählt, gelingt es der Romanadaption von "Die Welt ist nicht genug" aber locker, das hohe Niveau der Filmvorlage zu halten.

Bewertung: 3.5/5 Punkten
Christian Siegel





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