Kurzinhalt:
Darth Vader folgt der Spur von Luke Skywalker zum Planeten Vrogas Vas, wo sich ein alter Jedi-Tempel befinden soll. Dort hofft Luke mehr über den Orden, die Jedi und die Macht an sich zu erfahren. Als Vader eintrifft, halten gerade mehrere X-Wing-Geschwader der Rebellen eine Übung ab. Doch selbst mit vereinten Kräften sind sie dem dunklen Lord der Sith, der schon als Anakin Skywalker ein herausragender Pilot war, nicht gewachsen. Letztendlich ist es just Luke, der ihn mit seinem X-Flügler rammt und so zu einer Bruchlandung auf Vrogas Vas zwingt. Auch Lukes X-Wing stürzt ab, woraufhin dieser versucht, wieder zu den Rebellen zurückzukehren. Han, Leia und Chewie haben indes davon erfahren, dass Vader auf dem Weg nach Vrogas Vas ist, und eilen ihrem Freund zu Hilfe. Vader selbst sieht sich nach dem Absturz einer kompletten Armee der Rebellen gegenüber. Die Chancen stehen schlecht – für sie!
Review:
"Vader Down" war damals eine Crossoverreihe. Der erste Band wurde als eigenes Special veröffentlicht, und die anderen wurden dann auf die "Star Wars"- und "Darth Vader"-Reihen aufgeteilt. Mich würd' sowas ja glaub ich narrisch machen; andererseits bin ich sowieso kein Käufer von Einzelcomics, sondern warte immer auf die Paperback- oder überhaupt gleich Omnibus-Sammlungen, insofern kann's mir (abseits davon, dass die komplette "Vader Down"-Reihe sowohl in "Star Wars" als auch in "Darth Vader" enthalten ist, und ich somit quasi doppelt dafür gezahlt habe – was aber beim günstigen Preis der englischen Kindle-Sammelausgaben nicht weiter ins Gewicht fällt) egal sein. Mir geht’s eher darum: Wenn man schon so ein Crossover über verschiedene Comic-Reihen macht, dann soll das natürlich schon irgendwie was Besonderes sein, und einen gewissen Event-Charakter haben. Erfreulicherweise wird "Vader Down" diesem Anspruch definitiv gerecht, fand ich diesen Comic doch wieder besser als die letzten Story-Arcs von "Star Wars" bzw. "Darth Vader". Hier steht auch wirklich wieder der Kampf zwischen ihm und den Rebellen im Mittelpunkt, und kommt es auch wieder zu einer Begegnung zwischen ihm und einer Hauptfigur aus der Filme – in diesem Fall Leia. Ihr nächstes Aufeinandertreffen nach der Zerstörung Alderaans bzw. des Todessterns zu sehen, empfand ich als überaus interessant. Nett auch der kurze Moment in den Ruinen des Jedi-Tempels, wo Ben zu Luke spricht. Generell war die Story wirklich spannend und wendungs- sowie abwechslungsreich. Und grafisch gab es auch nichts zu bemängeln; vor allem die Illustrationen fand ich klasse, waren die guten alten Figuren doch immer deutlich zu erkennen; fast so, als hätte man alte Fotos von Ford, Fischer und Hamill genommen. Rund um C-3PO gibt es zwar ein paar Humoreinlagen, welche die gewünschte Wirkung bei mir verfehlten (ich sag nur abgetrennte Arme). Der Auftritt von General Karbin – mit Lichtschwert – war irgendwie schräg, und generell fand ich die Figur ziemlich überflüssig. Und bei allem Verständnis dafür, dass man Vader natürlich so mächtig wie möglich zeigen will, aber da und dort hatte man diesbezüglich für meinen Geschmack doch etwas übertrieben. Egal ob nun die Geschwader zu Beginn, oder später dann die Armee die ihm nach der Bruchlandung umzingelt – gar so groß hätte die Übermacht die sich ihm entgegenstellt dann doch nicht sein müssen. Davon abgesehen wurde dieses Crossover meiner erhöhten Erwartungshaltung aber durchaus gerecht.
Fazit:
Nach ein paar eher nur durchschnittlichen Comics beschert man den geneigten "Star Wars"-Fans mit "Vader Down" wieder ein kleines Highlight. Gut, ok, ein bisschen hat man bei der Darstellung des mächtigen Lord Vader in meinen Augen schon übertrieben. Zudem war General Karbin irgendwie von vornherein kein würdiger Gegner für ihn, und hat (mich) eher gestört. Dafür war die Story hier aber sehr kurzweilig, wendungsreich, und bot doch ein paar ordentliche Highlights – nicht zuletzt die Begegnung zwischen Leia und Vader. Und mit dem kurzen Auftauchen von Ben (nach wie vor nur als Stimme, nicht als Gestalt) macht man auch wieder kleine Schritte in Richtung "Das Imperium schlägt zurück". Zusammen mit der gewohnt hochwertigen optischen Gestaltung, die insbesondere bei der Darstellung bekannter Figuren keine Wünsche übrig lässt, stellt "Vader Down" im Vergleich zu den direkten Vorgängern der hier für ein Crossover vereinten Reihen ("Star Wars" und "Darth Vader") jedenfalls wieder eine deutliche Steigerung dar.